Hotels in der Krise:
Wie stehen die Chancen auf Versicherungsleistungen aus der BSV?

Für viele Hoteliers ist 2020 ein verlorenes Jahr. Sie stehen aufgrund der Corona-Krise vor nie dagewesenen Umsatzausfällen. In vielen Fällen haben Hotelbesitzer aber gute Chancen, sich einen Teil der Verluste von ihrem Betriebsschließungsversicherer erstatten zu lassen. Wir erklären, worauf es jetzt ankommt.

Wie ist der aktuelle Stand der Auseinandersetzungen um die Betriebsschließungsversicherung?

Seit Beginn der Corona-Krise beraten wir zahlreiche Hoteliers und Gastronomen sowie deren Verbände zu den kritischen Fragen des Versicherungsschutzes in der Pandemie. Unser Zwischenfazit: Nur wenige der rund 50 in Deutschland tätigen Betriebsschließungsversicherer haben in den vergangenen Monaten die Verluste ihrer insgesamt 73.000 Kunden umfassend kompensiert oder zumindest Zahlungen deutlich über 15 Prozent der versicherten Entschädigungsleistung angeboten.

Im Auftrag mehrerer hundert Hoteliers und Gastronomen bereiten wir aktuell Klagen vor. Viele sind schon eingereicht, täglich gehen weitere Klagen an die zuständigen Gerichte in ganz Deutschland. Mittlerweile ist bundesweit nach unserer Einschätzung bereits eine hohe dreistellige Zahl an Verfahren zur Betriebsschließungsversicherung anhängig.

Jetzt liegt eine richtungweisende Entscheidung des LG München I vom 1. Oktober 2020 vor: Das Gericht erklärte einen weit verbreiteten Wortlaut einer Liste von Krankheiten und Erregern in den Versicherungsbedingungen für unwirksam. Auch stellte das Gericht fest, dass KuG und Staatshilfen nicht anzurechnen seien. (Mehr dazu in unserer Pressemitteilung zum Urteil).

Wie geht es jetzt weiter?

Trotz erster ermutigender Entscheidungen einzelner Gerichte ist festzuhalten: Noch fehlt den Landgerichten obergerichtliche Rechtsprechung zur Orientierung. Es wird also sowohl Urteile zu Gunsten der Versicherer wie auch zu Gunsten der versicherten Betriebe geben. Die Entscheidung, an welchem Gericht die Klage im Einzelfall aussichtsreicher ist, wird umso bedeutsamer.

Zugleich stellen sich Hoteliers neue Fragen, insbesondere:

  • Lösen neue Beherbergungsverbote und Kontaktbeschränkungen eine zweite versicherte Betriebsschließung der Hotels aus?
  • Sind bereits geschlossene Minimal-Vergleiche mit den Versicherern nach der sogenannten "Bayerischen Lösung" anfechtbar?


Fazit: Klagen oder Vergleichsangebot annehmen?

Ob sich eine Klage gegen den Versicherer für den individuellen Hotelbetreiber lohnt, ist nicht pauschal zu beantworten. Mehr noch als in der Gastronomie kommt es beim Beherbergungsbetrieb auf die jeweilige Ausgestaltung des Geschäfts, die konkreten Umsatzeinbußen und die individuellen Versicherungsbedingungen an. 

Schicken Sie uns einfach Ihre Unterlagen (Versicherungsschein, AVB, Informationen zum Schließungszeitraum und den Umsatzausfällen) und wir geben Ihnen kurzfristig eine Rückmeldung zu Ihren Erfolgsaussichten.

Ein „Nein“ kostet nichts: neinkostetnichts@wilhelm-rae.de 


Ausblick:
Mitten in der Pandemie – aber erst am Anfang der Krise?

Vieles spricht dafür, dass die Hotelbranche auch 2021 noch massiv mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen haben wird. Nach Jahren des Wachstums wird das Gastgewerbe eine Phase der Neuaufstellung und Konsolidierung erleben.


Nicht nur das Thema Versicherung sollten Hoteliers nach den Erfahrungen der Corona-Krise auf den Prüfstand stellen. Wie lassen sich Risiken für den eigenen Betrieb bestmöglich minimieren? Wie können Gesellschaftsstrukturen und Verträge krisenfest gestaltet werden? Welche Konsequenzen sind für Planungsverfahren oder Akquisitionsvorhaben zu ziehen?

Gerne beraten wir Sie auch zu diesen Fragen. 

Ihr Ansprechpartner

Rechtsanwalt Tobias Wessel koordiniert in unserem Haus die gerichtliche Vertretung von mehr als 200 Hotelbetrieben in ganz Deutschland. 

Er ist Ihr direkter Ansprechpartner für alle Rechtsfragen der Hotellerie in der Corona-Krise und im Neustart nach der Pandemie.

Bekannt aus dem SPIEGEL, dem Handelsblatt, der Wirtschaftswoche, dem ZDF, der Süddeutschen Zeitung, der Rheinischen Post, den Stuttgarter Nachrichten und vielen weiteren Medienberichten.

„Das Team spezialisiert sich auf die Vertretung von Versicherungsnehmern in Großschadensfällen und gilt in diesem Bereich als 'absolute Spitzenklasse'.“

The Legal 500 Deutschland 2019

Mehr zum Thema Betriebsschließungsversicherung:

Aktuelle Presseberichte: "Viele sind motiviert, den Klageweg zu gehen"

Das ZDF, Spiegel Online, die Süddeutsche Zeitung, das Handelsblatt und viele Branchenmedien berichten über unsere Arbeit für Gastronomen und Hoteliers.

Fachbeitrag zum Download

In einer aktuellen Veröffentlichung in der Zeitschrift Die Versicherungspraxis 06/2020 haben wir dargelegt, warum aus juristischer Sicht in vielen Betriebsschließungsfällen Versicherungsschutz besteht.

Über uns

Wir sind Berater von Unternehmen in kritischen Situationen. Unsere Expertise im Versicherungsrecht möchten wir in der Corona-Krise für die vielen betroffenen versicherten Betriebe einsetzen.